Donnerstag, 30. Januar 2014

Abstecher nach Thailand


Nach einer ziemlich heftigen Thai-Massage, sitzen wir hier auf der Veranda unseres Rainforest-Bungalows und geniessen den Abend. Aber von Vorne, wie kommen wir denn zu einer Thai-Massage? Aufgrund des Wetters haben wir uns nach gut vier Wochen von den Molukken verabschiedet. Leider war es ziemlich regnerisch, obwohl jetzt eigentlich (gemäss diversen Reiseführern, jedoch nicht gemäss den „Locals“) die beste Reisezeit wäre. Zusammenfassend ziehen wir aber ein sehr positives Feedback: sehr offene, freundliche Menschen, tolle Landschaft und Geschichte und eine wirklich einzigartige und vor allem noch sehr intakte Unterwasserwelt.   

Doch wohin nun für zwei Wochen (denn danach haben wir unseren Camper in Australien angemietet)? Nach kurzem Nachdenken, haben wir uns entschieden, die restliche Zeit in Thailand zu verbringen. Vorteile Thailands: Wetter im Januar ziemlich stabil, sehr feines Essen, einfach zu bereisen (also auch in 2 Wochen gut machbar). Nachteil: extrem touristisch und somit wenig abenteuerlich. Mit Air Asia haben wir uns einen günstigen Flug in die Hauptstadt Thailands gebucht. In Bangkok angekommen, landeten wir nicht am "normalen" Flughafen, sondern am Don Muang Airport. Von dort aus konnten wir direkt mit dem Zug nach Ayutthaya rattern. 3. Klasse Zugfahren in Thailand ist doch ziemlich komfortabel und preislich unschlagbar (1 Stunde Fahrt für umgerechnet 30 Rappen). Ayutthaya war die frühere Hauptstadt des siamesischen Königreichs und ist daher vor allem für seine vielen Tempel und die Geschichte Thailands bekannt. Mit kleinen Schiffchen, dem Velo und zu Fuss haben wir die diversen Sehenswürdigkeiten erkundet. Tempel (auf Thailändisch "Wat") und auch Buddhas (gross, klein, liegend, sitzend, stehend etc.) gibt es da in Hülle und Fülle.



Nach zwei Tagen in Ayutthaya sind wir mit dem Zug noch ein kleines Stück in den Norden gefahren, um uns die Stadt Lopburi anzuschauen. Lopburi liegt am gleichnamigen Fluss und ist daher ziemlich reich an Landwirtschaft... Vielleicht haben sich gerade deshalb eine ganze Menge Affen in dieser Stadt niedergelassen. Mittlerweile werden die Affen geduldet, da sie ziemlich viele Touristen anlocken. Die Affen sind wirklich überall, auf den Tempeln, auf Statuen, auf allen Elektroleitungen, an den Hauswänden und auch auf der Strasse - dort blockieren sie auch schon mal den Verkehr. Da die Makaken sozusagen am Alltagsgeschehen teilnehmen, wissen diese auch genau, wie man zum Beispiel eine Glace isst, wie man ein Säftli trinkt oder wie man einen Kaugummi kaut.


Da wir bei unserer Ankunft in Thailand gar nicht nach Bangkok "rein" gefahren sind, haben wir uns nach einigem Überlegen doch dazu entschlossen in die Stadt zu fahren, um ein wenig shoppen zu gehen. Da in Thailand bald Wahlen sind, herrscht vor allem in Bangkok zurzeit "Ausnahmezustand". Viele Thailänder sind mit dem heutigen Regime unzufrieden, deshalb demonstrieren zahlreiche Menschen auf den Strassen. Gezielt wird auch versucht, an den wichtigsten Hotspots den Verkehr durch Barrikaden lahm zu legen. Auf den Strassen ist dies den Demonstranten auch ziemlich gut gelungen, wir hatten aber Glück und konnten mit dem Skytrain doch ziemlich weit in die Innenstadt fahren. Nach einem ausgiebigen Shopping-Tag im MBK waren wir dann auch gerüstet, um weiter in den Süden zu reisen.

Via Trang ging es auf die Insel "Koh Hai". Gemäss unseren Recherchen sollte dies eine Insel sein, die etwas ruhiger ist als die bekannteren Touri-Inseln Phuket, PhiPhi, Samui und wie sie alle heissen. Von dort aus waren wir am Hausriff, an nahegelegenen Felsformationen sowie auf Koh Ha zum Tauchen. Die Unterwasserwelt Thailands ist sehr schön, doch bemerkt man rasch, dass im Gegensatz zu Indonesien viel weniger Fisch da ist und auch die Korallen in deutlich schlechterem Zustand sind. Trotzdem konnten wir ein paar sehr schöne Tauchgänge geniessen.

Da es in Thailand halt doch sehr viele (Pauschal-)Touristen gibt, versuchten wir ihnen noch ein wenig zu entfliehen und machten uns auf den Weg zum Nationalpark "Khao Sok". Auf halber Strecke mussten wir in "Khao Lak" (leider voll touristisch) noch einen Zwischenstopp einlegen. Von Khao Lak aus starten nämlich die Boote auf die Similan Islands (gemäss National Geografic einer der Top 10 Tauchspots der Welt - das konnten wir uns natürlich nicht entgehen lassen). Die Similan Islands sind eine Gruppe aus 9 wunderschönen kleinen Inseln in der Andamanensee. Die Inseln liegen in einem Marine-Nationalpark und sind somit geschützt und nicht bewohnt. Türkisblaues Meer, weisse Sandstrände und tolle Granitsteinformationen sind über Wasser sichtbar. Unter Wasser gibt es jedoch nicht mehr so viele Fische und auch die Korallen sind (aufgrund der Korallenbleiche) nicht mehr so bunt wie sie wahrscheinlich früher mal waren. Zudem wurde bis vor einigen Jahren hier "dynamite fishing" betrieben und auch der Tsunami vor rund 10 Jahren hat so seine Spuren hinterlassen. Unser Fazit der Similan Islands: über Wasser wirklich sehr hübsch, unter Wasser ist leider nicht mehr so viel los. Da war unser Tauchgang am Bonsoon-Wrack (nicht bei den Similan Islands, sondern direkt vor Khao Lak) doch deutlich fischreicher. Die Thais nennen diesen Tauchplatz auch "Fischsuppe". So war es dann auch... Schwärme von Glasfischen, hunderte Skorpionfische, Kugelfische, farbige Muränen und vieles mehr - zwar nur wenig Grosses, aber tonnenweise Kleinfisch gab es zu sehen. Hier noch ein kleiner Zusammenschnitt unserer Thailand-Tauchgänge (im Bild meist nur Nici und die Unterwasserwelt, Nino agierte als Kameramann).


So, und nun sitzen wir wie eingangs erwähnt in einem schönen Bungalow im Khao Sok Nationalpark. Gestern waren wir auf einer Wanderung im Dschungel. Zu sehen gab es viele Insekten, einen schönen Wasserfall und ein paar Affen. Wir mussten relativ schnell feststellen, dass wir für unsere geplanten Aktivitäten in Neuseeland noch gar nicht in Form sind... Ist aber vielleicht auch schwierig zu vergleichen, denn obwohl wir hier ein paar hundert Meter über dem Meeresspiegel sind, ist das Wandern bei 30 Grad und schweisstreibender Luftfeuchtigkeit (ca. 95%) ziemlich anstrengend. Auf einer kleinen Nachtsafari im Dschungel haben wir vor allem "Kleinvieh" angetroffen, unter anderem diese Zeitgenossen:




Heute sind wir mit dem Töffli in einen anderen Teil des Nationalparks gefahren und haben eine sehr schöne Fahrt auf einem Longtailboot unternommen. Die Felsformationen in und um den Chiaw Lan See waren sehr schön. Auf dem See haben wir dann entdeckt, dass man in Floating Huts - eine Art schwimmende Bungalows - hätte schlafen können (als Tipp für Thailand-Reisende, wirklich sehr idyllisch und ziemlich abgelegen). Leider erlaubte uns dies unser Zeitplan nicht mehr, da wir morgen in Richtung Flughafen müssen, um übermorgen nach Australien zu fliegen. Die zwei Wochen in Thailand haben sich jedenfalls gelohnt, das Wetter war fantastisch, das Essen sehr lecker und es gibt auch noch einiges zu entdecken. Zum Abschluss unseres Thailand-Abstechers haben wir uns heute noch eine Massage gegönnt - so sitzen/liegen wir jetzt hier, noch nicht ganz sicher ob die Massage nun positive oder negative Auswirkungen auf unser Wohlbefinden hat... (so eine Thai-Massage ist doch ziemlich heftig).














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