Montag, 23. Juni 2014

Abgetaucht


Nun ist es leider schon soweit: Auch die schönen Dinge im Leben haben mal ein Ende. Wir verbringen nun noch die letzten paar Tage in Bangkok, verwöhnen uns mit gutem Essen, besuchen einen Thai-Kochkurs und natürlich darf auch ein wenig Shopping nicht fehlen. Danach geht es endgültig wieder zurück in die Schweiz - ein halbes Jahr sind wir mit unseren Rucksäcken durch Australasien gereist und konnten erfahren, wie wenig es eigentlich zum Leben braucht. Unser gesamtes "Hab und Gut" in unseren Rucksäcken verstaut, hatten wir auch gegen Ende unserer Reise noch das Gefühl, dass wir eigentlich zu viel Material dabei hatten. Es gäbe also noch Optimierungspotential. Obwohl wir uns wieder auf gewisse Annehmlichkeiten sowie Familie und Freunde in der Schweiz freuen, würden wir durchaus noch etwas länger den einfachen Traveller-Lebensstil aushalten. Doch zunächst zu unseren letzten paar Wochen in Indonesien, denn diese waren ziemlich erlebnisreich.


In Labuan Bajo (am westlichen Ende der Insel Flores) haben wir uns wieder mal mit einer feinen Pizza verwöhnt. Aus irgendeinem Grund gibt es auffallend viele italienische Restaurants in der Stadt, was dem Ort ein wenig mediterranes Flair verleiht. Aufgrund der Nähe zum Komodo Nationalpark haben sehr viele Tauchanbieter ihre Shops in Labuan Bajo und dementsprechend gibt es auch eine stattliche Anzahl von Touristen in der Stadt (jedoch niemals so viele wie in Bali). Auch uns hat die Unterwasserwelt von Komodo angelockt, doch wollten wir nicht die ganze Zeit in der Stadt verbringen. So ergatterten wir uns eines der letzten Strandbungalows auf der Insel Kanawa. Diese wirklich paradiesische Insel liegt eine Bootsstunde von Labuan Bajo entfernt und ist umgeben von einem bunten, sehr gut erhaltenen Korallenriff. Eine Besonderheit sind die Babyhaie, welche immer wieder in Strandnähe auf und ab schwimmen. Nach dem ersten Schnorcheln am Korallenriff hatten wir definitiv Lust auf mehr und haben uns gleich beim inseleigenen Tauchcenter für ein paar Tauchgänge eingeschrieben.


Bevor wir uns mit den Tauchflaschen ins Abenteuer stürzten, wollten wir uns die berühmten (und "berüchtigten", siehe: http://www.sueddeutsche.de/reise/warane-auf-komodo-echs-und-hopp-1.1353621-2) Komodowarane ansehen. Wir machten eine Bootstour direkt auf die Insel Komodo. Ein Ranger, nur leicht bewaffnet mit einem Holzstock, machte mit uns eine kurze Wanderung durch die Büsche und prompt sahen wir ihn: Ein dinosaurier-ähnliches Geschöpf, ziemlich gross und stattlich - den Komodowaran. Wir standen nur wenige Meter davor und hatten ziemlich grossen Respekt. Trotzdem war es ein schönes Erlebnis, ein solch seltenes Tier (es gibt sie nur auf Komodo und zwei anderen Inseln im Nationalpark) in freier Natur zu Gesicht zu bekommen. Nach dem Komodo-Besuch fuhren wir mit dem Boot gleich weiter zum nächsten Tier-Hotspot: dem Manta-Point. Wie der Name schon vermuten lässt, wird dieser Ort mitten im Meer öfters von Mantarochen frequentiert. Vom Boot aus suchten wir eine längere Zeit das Gewässer ab, bis unser Guide meinte, die Mantas seien nicht da. So schnell liessen wir uns jedoch nicht abspeisen und stürzten uns - bewaffnet mit Schnorchelbrille und Flossen - ins Meer. Wir schnorchelten etwa eine halbe Stunde im Leeren herum und dachten schon bald ans aufgeben. Doch dann sahen wir in der Ferne ein paar dunkle Gestalten im blauen Wasser - in Reih und Glied schwammen vier Mantas auf uns zu. Sie waren riesig und es war wunderschön ihnen zuzuschauen. Wir schnorchelten mit den Rochen noch eine weitere halbe Stunde herum. Ja, es schien sogar, als ob sie mit uns spielen wollten: Immer wieder kehrten diese Kolosse um, kamen auf uns zu und schwammen etwa einen halben Meter an uns vorbei. Teilweise hatten sie dabei das Maul weit aufgesperrt - das war schon irgendwie furchteinflössend. Da diese Tiere jedoch nur Plankton filtern, haben sie keine Zähne - huch!



Die kommenden zwei Tage verbrachten wir mit Tauchen. Wir hatten unter anderem die Möglichkeit in Nord-Komodo zu tauchen, wo sich die besten Tauchspots der Gegend befinden. Unsere Erwartungen wurden definitiv übertroffen: wir konnten jede Menge Grossfisch beobachten, darunter riesige Stachelmakrelen, Barrakudas, Zackenbarsche, Haie, Manta-Rochen und Schildkröten.  Ebenfalls hatte es prächtige, sehr gut erhaltene Korallenriffe sowie riesige Schwärme an Kleinfischen. Diese Schwärme bewegten sich immer wieder hin und her und um uns herum - wir konnten live beobachten, wie Hai, Makrele & co. in dieser "Fischsuppe" umherjagten und so den einen oder anderen Fisch verspeisten. Das war Kino vom feinsten - unser Taucherherz blühte vollständig auf. Ein kleiner Einblick in die Komodo-Unterwasserwelt verleiht unser zusammengeschnittenes Video (Qualität leider nur durchschnittlich):


Der Flores-Auftakt in Labuan Bajo war sehr gelungen. Somit starteten wir motiviert unsere Weiterreise auf dem Trans-Flores Highway quer über die Insel. Naja, "Highway" (wie es die Einheimischen nennen) ist wohl etwas übertrieben. Es handelt sich um eine ziemlich schmale, heutzutage geteerte, kurvige Strasse, die über sehr unwegsames Gelände führt. Der Strassenbelag ist meist nicht in gutem Zustand. Für die 650 km über die Insel sollte man (je nach Gefährt) so um die 20-25 Stunden Fahrzeit rechnen. Wir sind meist mit den lokalen Bussen gefahren und mussten feststellen, dass die Einheimischen die kurvige Strasse und den indonesischen Fahrstil nicht immer gut vertragen. Die Details möchten wir den Lesern an dieser Stelle ersparen... Jedoch wurden die Strapazen mit spektakulärer Landschaft belohnt: Die Fahrt führt immer wieder vorbei an grünen Reisterrassen, tiefen Schluchten, zerklüfteten Bergen und aufgetürmten Vulkanen. Unseren ersten Halt auf dieser Strecke legten wir in Bajawa ein.
 
In Bajawa besuchten wir  die traditionellen Dörfer am Fusse des Vulkans "Gunung Inerie". Das Ngada Volk hat sich dort vor langer Zeit niedergelassen und lebt teilweise noch wie vor Jahrhunderten, jedoch mit ein paar modernen Annehmlichkeiten, sprich: Radio, Fernseher, Handy etc. Den unverkennbaren Baustil ihrer Häuser haben die Menschen in diesen Dörfern jedoch beibehalten. Für die Häuser werden ausschliesslich natürliche Materialien wie Stroh, Blätter und Holz verarbeitet und es werden keinerlei Metallteile dafür verwendet. Die Häuser sind jeweils in Reih und Glied um einen Gemeinschaftsplatz angeordnet. Die Strohdächer sind ziemlich hoch und zuoberst findet man oft verschiedene Dekorationen bzw. Symbole, die der Ahnenverehrung dienen: war der Ahne eines Clans beispielsweise weiblichen Geschlechts, so ist auf dem Dach ein kleines Häuschen zu finden, bei einem männlichen Ahnen hingegen findet man eine Art Puppe bzw. einen Krieger als Zeichen der Männlichkeit. Obwohl fleissig missioniert wurde und die Ngadas heutzutage Christen sind, spielt die Ahnenverehrung bzw. der traditionelle Glaube eine wichtige Rolle. Wir haben die Dörfer mit unserem gemieteten Motorrad erkundet und wurden überall freundlich in Empfang genommen. Und obwohl die Mundgegend der meisten Bewohner aufgrund des intensiven Betelnusskonsums feuerrot und die Zähne zerfressen waren, hatten sie immer ein nettes Grinsen für uns übrig. "Dr. Best lässt grüssen". Nach den sehr interessanten Dorfrundgängen, haben wir uns in einer natürlichen heissen Quelle mitten in einem Bambuswald entspannt. 




Ein kleines Flores-Highlight war der Besuch der Kraterseen auf dem Berg "Kelimutu". Die drei Kraterseen auf dem erloschenen Vulkan haben eine sehr tiefe Färbung, so dass wir fast das Gefühl hatten, vor einer riesigen Acryl-Farbpalette zu stehen. Zum Zeitpunkt unseres Besuchs waren die drei Seen grün, türkis und schwarz gefärbt. Jedoch ändern die Farben zweier dieser drei Seen alle zwei bis drei Jahre. So kann es sein, dass die Seen mal blau, orange, hellgrün, braun oder eben türkis und schwarz sind. Für uns waren die Seen ein super Fotomotiv und einfach sehr schön anzusehen, für die Einheimischen haben die Seen jedoch eine höhere spirituelle Bedeutung, da die Geister der Verstorbenen in diesen Seen ruhen. 


Den letzten längeren Halt in Flores legten wir bei Maumere ein, in einem sehr netten Tauchresort. Dort verbrachten wir ein paar Tage mit tauchen, relaxen und überraschend gutem Essen (was leider in Indonesien nicht selbstverständlich ist). Die Korallenriffe sind auch da sehr gut erhalten und teils unberührt - wir hatten das gesamte Tauchgebiet mit den rund 30 Tauchplätzen für uns alleine. Danach ging es von Larantuka mit dem Boot nach Lembata, eine Insel östlich von Flores.
 
Lembata hat unsere Aufmerksamkeit erregt, weil im Süden ein kleines Dorf liegt, das sich voll und ganz dem Walfang verschrieben hat. Angeblich gehört Lamalera zu einem der wenigen Orte der Welt, wo der Walfang durch die Vereinten Nationen geduldet wird. Wir waren der Sache gegenüber ziemlich kritisch eingestellt, wollten aber trotzdem erfahren, was es mit den Walfängern von Lamalera auf sich hat und uns ein eigenes Bild davon machen. Bis vor einigen Jahren konnte man das Dorf mit dem motorisierten Fahrzeug noch nicht erreichen. Auch heutzutage führt nur eine schlecht unterhaltene Naturstrasse vom Inselhauptort Lewoleba nach Lamalera. Es ist kaum möglich, schneller als 20 km/h auf dieser Strecke zu fahren, aber dennoch fährt täglich ein Truck sowie ein Bus nach Lamalera und wieder zurück. Wir wählten den Bus und durften uns beide auf den Vordersitz quetschen, da wir die einzigen "Buleh's" (so werden in Indonesien die Leute aus den westlichen Ländern genannt) waren - Luxusklasse also! Der Walfang wird in Lamalera schon seit mehreren hundert Jahren betrieben und wurde bis heute nie auf kommerzielle Art und Weise durchgeführt. Es handelt sich auch nicht um irgendeine "gepushte" Touristenattraktion (und wird es hoffentlich nie werden). Der Walfang in Lamalera ist bitterer Ernst und der Lebensunterhalt der Dorfbewohner hängt substantiell davon ab. Da es ein abgelegenes Dorf auf einer ebenfalls ziemlich abgelegenen und trockenen Insel ist, sind Lebensmittel und Produkte, welche anderswo in Indonesien üblich sind, hier keine Selbstverständlichkeit. Auch sauberes Wasser zum Duschen, Abwaschen etc. ist limitiert und muss mühsam hertransportiert werden. Abgesehen von ein paar einfachen Homestays ist keinerlei touristische Infrastruktur vorhanden. Dafür schwimmt das Essen gleich an der Küste von Lamalera vorbei: Verschiedene Walarten (darunter auch Pottwale) migrieren von Mai bis September im Meer vor dem Dorf. Mit sehr einfachen, selbst hergestellten Holzbooten spüren die Walfänger die Tiere auf und versuchen sie zu fangen. Sobald sich der Wal in unmittelbarer Nähe vom Boot befindet, springt der Harpunier, lediglich mit einem Bambusspeer bewaffnet, auf den Wal, um ihn zu erlegen. Es handelt sich dabei nicht gerade um ein ungefährliches Spektakel, denn die Wale können mehr als doppelt so gross sein wie das Holzboot. Der "Kampf" mit dem Walfisch kann über mehrere Stunden andauern und es kommt auch mal vor, dass ein Wal das Boot bis zu zwei Tage lang durch das Meer zieht oder das ganze Boot für mehrere Minuten unter Wasser verschwindet. Auch in solchen Situationen geben die Walfänger nicht auf - aus Respekt dem Wal gegenüber führen sie den Kampf zu Ende. Es liegt auf der Hand, dass sich dabei die Menschen schon ernsthaft verletzt haben, ja sogar sterben mussten. 


Haben die Walfänger den Kampf gewonnen (was normalerweise der Fall ist), wird die erlegte Beute in mühsamer Arbeit an den Strand geschleppt, womit das halbe Dorf beschäftigt ist. Danach wird das Tier zerlegt, wobei sämtliche Stücke des Wals verwendet werden (es ist Tabu, Teile des Wals wegzuschmeissen). Das Fleisch wird aufgeteilt zwischen der Bootscrew, den Boots- und Segelbauern, dem Bootsbesitzer und allen anderen, die irgendwie beteiligt waren. Überschüssiges Fleisch wird für die spätere Verwendung getrocknet (was dem Dorf einen wunderbaren Duft verleiht), zu Öl verarbeitet oder in den umliegenden Dörfern gegen andere Nahrungsmittel getauscht. An diesen Fang- und Verarbeitungsmethoden hat sich in den letzten Jahrhunderten kaum was verändert und es handelt sich um harte Knochenarbeit. Jährlich werden um die 20 Pottwale gefangen - tatsächlich eine zu geringe Anzahl, um den weltweiten Bestand dieser Tiere zu gefährden. Doch neben Pottwalen werden auch andere Grossfische wie Mantarochen, Delfine, Haie, kleinere Walfischarten, Tunas, ja sogar Schildkröten und Walhaie gefangen. Global betrachtet handelt es sich bei vielen davon um bedrohte Tierarten. Aus Sicht der Dorfbewohner hingegen ist diese Art von Fischerei nachhaltig, da "nur" in den regionalen Gewässern gejagt wird und mit den einfachen Fangmethoden Erträge für einen kommerziellen Fischfang gar nicht möglich wären. Man kann in Lamalera problemlos mit einem Walfängerboot (oder auf einem Beiboot - die etwas sicherere Variante) mitfahren. Uns stimmte jedoch bereits der Anblick der toten Wale und Mantarochen, welche an den Strand geschleppt wurden, ziemlich traurig und deshalb haben wir uns entschieden nicht mitzufahren. Wir ziehen es doch vor, diese Tiere lebendig zu beobachten. Zu einem gewissen Teil verstehen wir jedoch die Notwendigkeit dieser Art von Fischerei für die Dorfbewohner, denn es gibt kaum Alternativen, da die geografischen Voraussetzungen für die Landwirtschaft schlicht nicht gegeben sind. Somit ist praktisch das ganze Dorf irgendwie in der Fischerei bzw. im Walfang involviert. Leider ist es den Menschen da nicht bewusst, dass sie auch gefährdete, weltweit unter Schutz gestellte Tierarten (wie z.B. Meeresschildkröten) töten. Schlechte Ausbildung, mangelnde Alternativen sowie fehlende Kenntnisse der aktuellen Probleme auf unserem Planeten (Überfischung, Umweltverschmutzung...) sind die Gründe dafür. Doch wie sollte man den Menschen in Lamalera beibringen, dass es sich teils um gefährdete Tierbestände handelt, wenn sie seit Jahrhunderten in ihren heimischen Gewässern nachhaltig diese Art der Fischerei betreiben und Ihr Lebensunterhalt fast gänzlich davon abhängt? Ist die uralte Tradition des Walfangs in Lamalera wirklich so schützenswert, dass sie nicht (zum Wohle gefährdeter Tierarten) aufgegeben werden sollte? Eine ziemlich schwierige wie auch zwiespältige Angelegenheit. Es ist auch für uns schwer zu sagen, ob das richtig ist, was da geschieht. Soweit wir jedoch beurteilen konnten, wird wirklich nur für den Eigengebrauch gejagt und es gibt keinen Handel fernab von der kleinen Insel Lembata. 




Jeweils samstags findet im Nachbardorf von Lamalera ein Markt statt, wo das Walfleisch gegen Früchte, Gemüse oder Mais getauscht wird. Ja, es wurde tatsächlich noch getauscht und nicht mit Geld bezahlt! Es war interessant, zu beobachten wie stark gewisse Produkte begehrt werden oder eben nicht. Zu diesem Event versammelten sich mehrere hundert Menschen und verwandelten den sonst ruhigen Dorfplatz im verschlafenen Nachbardorf zu einem kleinen Rummelplatz. Nach ein bis zwei Stunden war dann wieder alles vorbei - es hatte sich "ausgetauscht" und die Leute verschwanden in Richtung ihrer Dörfer. Hier ein paar Impressionen:



Nach drei Nächten in Lamalera waren wir schlussendlich froh, den Ort wieder verlassen zu können - zu streng war der Geruch nach dem Walfleisch, welches im ganzen Dorf zum trocknen aufgehängt wird. Ausserdem waren die Kochkünste unserer Gastgeber (ihr könnt drei Mal raten, was es zum essen gab...) nicht gerade famos. Wir nahmen uns in Lewoleba noch einen zusätzlichen Tag Zeit, um die Gegend rund um den Vulkan Api mit dem Motorrad zu erkunden. "Hello Mister" aus allen Ecken und Büschen - die Menschen in den kleinen Dörfern am Fusse des Vulkans scheinen, in ihrem Leben noch nicht viele "weisse" Touristen gesehen zu haben. Tatsächlich hat die Insel Lembata nur 300 Besucher im Jahr und die allermeisten kommen, um die Walfänger in Lamalera zu besuchen.


Aufgrund der schlechten Fährverbindungen sind wir mit dem Flugzeug auf die kleine Insel Alor, östlich von Lembata, geflogen. Im Hauptort Kalabahi liessen wir uns drei Tage nieder, um die Insel per Motorrad zu entdecken. Da sich die touristische Infrastruktur auch auf dieser Insel nur auf das Minimum beschränkt (ein paar einfache Hotels sowie ein Tauchcenter), dachten wir schon, wir hätten etwas Mühe, hier ein Motorrad mieten zu können. Doch es war einfacher als gedacht: Wir stellten uns an den Strassenrand vor dem Hotel und fingen mit einem Motorradfahrer an zu quatschen. Es ging kaum eine Minute und drei andere Motorradfahrer versammelten sich um uns - wir verhandelten kurz um die Preise und waren im nu Motorradmieter... Der Strassenzustand ist leider nicht überall sehr gut - teilweise fuhren wir auf "Strassen", die bei uns als Wanderwege deklariert würden. Die Insel ist jedoch landschaftlich sehr reizvoll: Berge, die mit dichtem Dschungel bewachsen sind, einsame Strände, abgeschiedene Bergdörfer. Vor allem der Besuch im traditionellen Dorf "Takpala" hat uns beiden gefallen - wir wurden extrem freundlich empfangen. Eine Besonderheit an diesem Dorf waren die Häuser mit dem hohen Strohdach. Dieses Dach ist mit drei Stockwerken ausgestattet - ein Gemeinschaftsraum sowie zwei Schlafräume in den oberen beiden Etagen. Aus Mangel an Fenster ist es da drin zwar stockdunkel, dafür aber erfrischend kühl.


Der Hauptgrund für unseren Besuch des Alor-Archipels waren jedoch nicht die Dörfer oder die Strände. Nein, es sind die unberührten Korallenriffe, welche uns dorthin lockten. Abseits von irgendwelchem Touristenrummel kann man da an weltklasse Tauchspots die Unterwasserwelt bestaunen. Unser Tauchanbieter befand sich auf der Nachbarinsel Pantar. Das Tauchen im Alor-Archipel ist nicht ganz einfach, da sehr oft (und plötzlich) starke Strömungen auftreten. Auch wir hatten das Vergnügen, Bekanntschaft mit dem reissenden Wasser in diesen engen Meeresstrassen zu machen. Gerade aufgrund dieser Strömungen gibt es jede Menge Fische (darunter auch seltene Arten) sowie unversehrte und sehr intakte Korallenriffe zu entdecken. Wir liessen es uns die zweitletzte Woche nochmals so richtig gut gehen und verbrachten die Zeit vor allem mit tauchen, schlafen und essen - und das in einem wunderschönen Bungalow direkt am weissen Sandstrand. Es war einfach paradiesisch!



So, das wars leider von Nini's Reisen! Wir freuen uns auf euch alle. Danke allen Lesern, wir hoffen, es hat Spass gemacht und war interessant.


(Für Interessierte) Ein Exkurs zum indonesischen Transportsystem:

Wir verbrachten viel Zeit in Transportmitteln und mussten uns immer wieder um deren Organisation kümmern. Vor allem, wenn man abgelegenere Orte in Indonesien erreichen möchte, ist die Organisation von geeigneten Transportmitteln eine kleine Herausforderung. Da wir auch viel Zeit "on the road" verbrachten  (und nicht nur mit der Besichtigung von Attraktionen bzw. tauchen), möchten wir nachfolgend ein kleiner Eindruck zum indonesischen Transportsystem verleihen. 

Obwohl sich die Zuverlässigkeit in den letzten paar Jahren etwas verbessert hat, werden Flüge und Fährverbindungen immer wieder abgesagt oder sie sind verspätet. Neben veralteten Flugzeugen und Fähren spielen dabei auch das Wetter sowie Vulkanausbrüche oder einfach die mangelnde Organisation eine wichtige Rolle. Zu Land sind die Busverbindungen für Aussenstehende nicht immer verständlich und man muss oft herumfragen (am besten bei mehreren Personen, denn jeder erzählt wieder etwas anderes). Überlandbusse gibt es eigentlich viele und es sind oft diverse Komfort-Klassen (zu entsprechenden Preisen) erhältlich. Diese Busse verbinden grössere Städte miteinander. Meist gibt es in den Städten mehrere Bus-Endstationen irgendwo am Stadtrand. Je nach Zufahrtsrichtung wird dabei eine andere Busstation angefahren. Um zwischen den Stationen zu wechseln, stehen diverse Transportmittel zur Verfügung: Taxis, Ojeks (Motorradtaxi), Becaks (Velo-Rikscha), Stadtbusse und natürlich die oft genutzten "Bemos". Bemos sind so eine Art kleine VW-Busse, die bis auf den letzten (halben) Platz vollgestopft werden. Man kann dabei überall ein- und aussteigen, vorausgesetzt man macht sich irgendwie bemerkbar. Bemos verbinden auch die kleineren Dörfer ausserhalb der Städte miteinander. Je nachdem, in welche Richtung die Bemos fahren bzw. in welchem Stadtteil sie kreisen, haben sie eine andere Farbe. Neben all den erwähnten Möglichkeiten gibt es auch grössere Vierrad-Autos (oft "Travels" oder "Kijangs" genannt), die man entweder chartern (teuer!) oder mit anderen Leuten teilen kann. Im zweiten Fall muss man einfach warten, bis das Auto voll ist. An ganz abgelegenen Orten muss man meist mit Motorradtaxis, Trucks oder Pick-Up's vorlieb nehmen. An grösseren Busstationen gibt es immer wieder ein paar "nervöse" Einheimische, welche die Leute in das richtige Transportmittel verfrachten und sich so ein paar "Batzeli" dazuverdienen - ziemlich praktisch eigentlich. Wenn man diese Grundsätze des Transportsystems mal verstanden hat, ist es eigentlich nicht schwierig von A nach B zu kommen - jedoch sollte man immer viel Zeit einplanen und hin und wieder ist ein gewisses Verhandlungsgeschick in indonesischer Sprache noch ganz praktisch...






















Mittwoch, 28. Mai 2014

Zurück zum Ende des Beginns


Wer meint, dass wir nur auf der faulen Haut liegen und uns über nichts Gedanken machen müssen, der irrt. Immer wieder hatten wir „schwierige“ Entscheidungen zu treffen, wie und wo unsere Reise weitergehen soll (ja auch Reisende haben ein hartes Leben). Bis zum zweitletzten Tag in Vanuatu wussten wir nicht wohin wir als nächstes reisen. Doch nach langem hin und her (weiter um die Welt oder doch zurück, oder in der Südsee bleiben oder, oder, oder…) haben wir uns entschieden, wieder nach Indonesien zu gehen, also in jenes Land, wo unsere Reise begonnen hat. Indonesien hat so viel zu bieten, die Inseln sind enorm abwechslungsreich und da wir noch tauchen wollen, stand Indonesien erneut ziemlich weit oben auf der Liste.

Leider gibt es keine direkte Verbindung von Vanuatu nach Asien. So sind wir für einen Stopover in Sydney gelandet. Dort verbrachten wir zwei sehr sonnige Tage. Tag 1: Stadtbesichtigung und diverse Restaurantbesuche (nach drei Wochen Vanuatu mussten wir mal wieder was anständiges Essen). Tag 2: Besichtigung der Blue Mountains mit dem Mietauto.


Nun konnte die Reise zu unserem eigentlichen Ziel „Indonesien“ weitergehen. Als erstes ging es in den Tanjung Puting Nationalpark. Dort sollen heute noch rund 6000 Orang-Utans leben (Orang-Utan bedeutet übrigens „Mensch vom Wald“ und hat nicht mit der Farbe „orange“ zu tun). Leider werden die Habitate der Orang-Utans immer kleiner. Auf Borneo ist die Abholzung des Regenwaldes das Hauptproblem. Das Holz wird für Möbel und anderes genutzt und die gewonnene Fläche im Wald wird durch Palmölplantagen ersetzt… also aus Sicht der Regierung eine super Sache, da daraus doppelt „Gewinn“ entsteht. Der Tanjung Putig Nationalpark (ein rund 4150 km2 grosses Stück Land) ist jedoch geschützt. 1977 wurde der Nationalpark zu einem UNESCO Biosphärenreservat erklärt.


Mit einer uns unbekannten Airline „Kalstar“ sind wir von Jakarta nach Pangkalanbun geflogen. Das Flugzeug schien ziemlich alt, aber der Service war ganz nett. In Pangkalanbun wurden wir dann am nächsten Tag direkt im Hotel abgeholt und nach Kumai gebracht, wo unser "Klotok" auf uns wartete. Ein Klotok ist ein Schiff (Hausboot), das über zwei Etagen verfügt. Gäste residieren in der oberen Etage und haben Tisch, Stühle und Sonnendeck zur Verfügung. In der Nacht werden Matratzen und Moskitonetz installiert. Die Crew, welche sich vor allem im unteren Teil des Bootes aufhält, bestand aus Tourguide, Koch, Kapitän und Gehilfe. So fuhren wir zu sechst auf dem Sekonya Fluss in Richtung Nationalpark. Am späteren Nachmittag erreichten wir eines der drei Orang-Utan Camps. In diesen Camps werden vor allem Forschungsarbeiten betrieben. Zudem werden diejenigen Orang-Utans wieder aufgepäppelt und in die Natur „re-integriert“, welche entweder verletzt sind, deren Heimat im Dschungel abgeholzt wurde oder „Haustiere“, die befreit wurden. Diese Orang-Utans leben zwar frei im Dschungel, jedoch gibt es ein Mal pro Tag eine Fütterung, an welcher die Orang-Utans teilnehmen können oder nicht. Meist kommen zu einer solchen Fütterung etwa 10 Tiere. Für die Park-Ranger besteht bei diesen Fütterungen, neben den täglichen Wanderungen im Wald, eine zusätzliche Möglichkeit, die Orang-Utans zu beobachten und ihr Verhalten zu erforschen.




Schon als wir mit unserem Schiff beim Camp anlegten, sahen wir in den Bäumen ein paar Orang-Utans herumtollen. Die Bewegungen sind deutlich weniger elegant als jene von kleineren Affen. Trotzdem ist es sehr interessant, den Orang-Utan zu beobachten: Er ist zwar weniger schnell, dafür macht er viele clevere Sachen. Wir konnten z.B. beobachten, wie ein Orang-Utan mit Schwung versucht hat, von einem Baum zum anderen zu kommen oder wie er seinen Sitzplatz eingerichtet hat, indem er ein paar Äste zurechtbüschelte. Offenbar machen die Orang-Utans bei schlechtem Wetter auch Schirme aus Ästen, aber das haben wir leider live nicht beobachten können.


Wir verbrachten vier Tage und drei Nächte auf unserem Klotok, besichtigten immer wieder Camps, haben ein paar kleinere Wanderungen durch den Dschungel gemacht, sowie eine Nachtsafari und eine Dorfbesichtigung. Ansonsten sind wir vor allem auf dem Fluss herumgeschippert und haben von dort aus die Tiere am Ufer beobachtet. Zu sehen gab es: Orang-Utans, Nasenaffen, Gibbons, Tarantulas, Schmetterlinge, Vögel und viele Insekten. Der Ausflug mit dem Klotok war genial und absolut empfehlenswert. Und sonst: falls jemand demnächst Geburtstag hat und ihr noch kein Geschenk habt… wie wär’s mit einer Orang-Utan-Patenschaft: http://orangutan.or.id/. Einziger Wehrmutstropfen unseres Dschungel-Abenteuers waren die Palmölplantagen und Kohleminen, welche weiter Flussaufwärts ausserhalb des Nationalparks errichtet wurden – das ansonsten dunkle, aber klare Flusswasser ist dadurch an einigen Stellen braun gefärbt und ziemlich dreckig.
 

Nach unserem Borneo-Ausflug ging es nachYogyakarta, wo eine kleine Herausforderung auf uns wartete. Eigentlich meiden wir solche Grossstädte. Da wir jedoch zwei Monate in Indonesien verbringen wollen und bei Ankunft nur ein Visum für 30 Tage ausgestellt wird, mussten wir dieses verlängern. Wir hätten es einfach haben können: diverse Agenten holen das Visum in 24 Stunden für das dreieinhalbfache des Preises ein. Wir wollten uns aber wieder mal selber was erarbeiten, so starteten wir positiv eingestellt zu unserem ersten Gang ins „Kantor Immigrasi“. 

Im Immigrationsbüro wurden wir freundlich in Empfang genommen, haben dann jedoch schnell festgestellt, dass wir nicht genügend Kopien aller Dokumente dabei hatten, die es für eine Visaverlängerung braucht. Also mussten wir wieder zurück, um weitere Kopien zu erstellen. Beim zweiten Anlauf wurde unser Antrag dann bearbeitet, jedoch erst nach der Mittagspause fertiggestellt. So warteten wir ca. 1.5 Stunden dort. Leider war es damit nicht getan. Nun musste alles noch offizialisiert werden, was hiess, wir sollen wieder zwei Tage warten und dann wieder kommen. Nino freute sich sehr, denn so durften wir mit dem Töffli nochmals durch ganz Yogyakarta brausen. Der Verkehr in "Yogya" braucht enorm viel Aufmerksamkeit: Man hat das Gefühl, dass man nicht nur für sich selber fahren muss, sondern auch für alle Einheimischen mitdenken soll. Die zwei Tage Wartezeit für das Visum nutzten wir, um Yogyakarta zu erkunden. Dieses Mal aber vor allem zu Fuss und mit dem Bejak (eine Art Rikscha). Die Tempel um Prambanan waren sehr schön, jedoch nur noch teilweise vorhanden, da in den 1930er Jahren ein schweres Erdbeben wütete und der Wiederaufbau immer noch andauert. Nun zurück zum Visa: Nochmals durch den Verkehr gekämpft, kamen wir mit unserem Coupon wieder im Immigrationsbüro an und wurden an die Zahlstelle verwiesen. Visa bezahlt - Visa erhalten... Nein nein, nochmals zwei Stunden warten bis die Zahlstelle alles freigegeben hat. Und dann, doch noch, wir bekamen unsere Pässe zurück und haben nun beide einen kleinen Stempel darin, der uns erlaubt, bis im Juli in Indonesien zu bleiben.



Am Nachmittag reisten wir mit dem öffentlichen Bus nach Borobudur. Wie es der Zufall wollte, wurde genau an jenem Tag eines der grössten buddhistischen Feste gefeiert: "Waisak". Mit uns pilgerten rund Tausend andere Leute nach Borobudur. Der Borobudur Tempel ist wohl einer der bekanntesten buddhistischen Tempelanlagen. Er wurde zwischen 750 und 850 erbaut und galt als wichtiges buddhistisches Zentrum. Pünktlich zum Sonnenaufgang standen wir am nächsten Tag parat, um den Tempel zu besichtigen. Unsere Erwartungen wurden nicht enttäuscht: Der Tempel ist wirklich gross, gut erhalten und einfach sehr schön anzuschauen. Da eben dieses Fest gefeiert wurde, hatte es vor allem Einheimische und die wenigen "westlichen" Touristen wurden auch zu einer Art Attraktion. Nach ca. 30x "hello mister: picture?" hatten wir die Nase voll und haben weitere Fotoshootings mit uns abgelehnt. Doch dann kamen ein paar Schüler auf uns zu, die ein Papier in der Hand hielten, worauf wir ihnen eine Note für ihre Englisch-Kenntnisse geben und mit unserer Unterschrift die Konversation bestätigen sollten. Leider blieb es nicht bei ein paar "wenigen" Schülern. Tja das ganze endete dann in einer Autogrammstunde, da wir ca. 50 solche Blätter unterschreiben mussten. Dann endlich kehrte etwas Ruhe ein und wir konnten auch noch ein paar schöne Bilder vom Tempel machen. Am Nachmittag fuhren wir zurück nach Yogyakarta und sind direkt zur Insel Lombok geflogen.




Für die kommenden Tage hatten wir ein Trekking auf den Vulkan "Rinjani" organisiert. Dummerweise musste sich Nicole genau einen Tag vor dem Start noch eine zünftige Erkältung zuziehen. Am Vorabend wurden wir in eine schöne Villa inmitten von Reisfeldern gebracht, wo wir unser Briefing erhielten und mit unserm Guide sowie unseren zwei Portern Bekanntschaft machten. Diese Porter machen einen unglaublichen Job -  sie tragen für die Trekker die gesamte Camping-Ausrüstung sowie das Essen auf den Berg und das alles in Flipflops bei einem unglaublichen Tempo. Wir mussten also nur noch unsere persönliche Ausrüstung in unseren Rucksäcken mitbringen. Hier eine kleine Übersicht unserer Wanderung: 

Tag 1:
Start in Sembalun auf 1156 m. Obwohl wir uns hier schon einige Meter über Meer befanden, war es bereits sehr früh ziemlich heiss. Auf rund 1500 m legten wir schon die Mittagspause ein, wo unsere Porter warteten und uns bereits was gekocht hatten. Das Essen war gut, aber definitiv zu viel, so dass wir die nächsten paar Stunden ziemlich kämpften mussten, um weiter den Berg hochzukommen. Im Verlauf des Nachmittags schafften wir es dann doch zu unserem ersten Nachtlager. Dieses lag auf dem Kraterrand des Rinjani auf 2700 m und hatte eine atemberaubende Aussicht. Natürlich waren unsere Porter bereits wieder da, haben unser Zelt aufgestellt und mit Matratzen und Schlafsäcken ausgestattet. Nicole musste sich gleich mal hinlegen, denn die Erkältung hatte ihr beim laufen doch ziemlich zugesetzt. Die erste Nacht war leider nicht so toll... Unsere Nachbarn schnarchten ziemlich laut, so dass auch die Oropax nichts nutzten und zudem war es ziemlich kalt.



Tag 2:
Unser Guide weckte (wir waren ja eigentlich noch wach) uns um 2 Uhr morgens. Unsere körperliche Verfassung war nicht gerade optimal. Praktisch kein Schlaf und die stärker gewordene Erkältung waren nicht die besten Voraussetzungen, um auf den Gipfel auf 3726 m zu wandern. Trotzdem zogen wir uns an und stapften tapfer mitten in der Nacht los. Nicole musste dann leider aufgeben und zurückkehren und legte sich nochmals ins Bett. Doch Nino ging zielstrebig weiter. Die Bodenbeschaffenheit wurde Meter für Meter schlechter, so dass kurz vor dem Ziel nur noch ein schmaler rutschiger Weg aus Vulkangestein und Sand zur Verfügung stand. Links und rechts ging es steil hinunter. Leider setzte dies Nino (der unter Höhenangst leidet) so zu, dass auch er ca. 100 Höhenmeter vor dem Ziel aufgeben musste – schade, die Fitness hätte gereicht. Natürlich wurmte es uns, dass wir da nicht hoch konnten, aber der Sonnenaufgang war auch von weiter unten ganz schön und wir sahen (wie auch vom Gipfel) auf die Nachbarinseln Bali und Sumbawa. Nach einem ausgiebigen Frühstück ging es zum Kratersee hinab auf 2000 m. Am See konnten wir die Mittagspause einlegen und uns erfrischen. Die Porter hatten es eilig und gingen schon bald wieder los, doch wir legten noch einen Powernap ein. Danach ging es weiter auf die andere Seite des Kraterrandes. Der Aufstieg hatte es in sich, an vielen Stellen mussten wir klettern und auf allen Vieren gehen. Unser zweites Lager erreichten wir dann am Nachmittag auf 2641 m. Nun verstanden wir auch, warum unsere Porter so schnell dort hochkommen wollten. Es gab nämlich nur wenige Zeltplätze, die auf einigermassen flachem Untergrund waren. wir hatten Glück: unser Zelt war an einem guten Platz aufgebaut. Andere Trekker hatten das Vergnügen, direkt in Hanglage zu nächtigen.



 
Tag 3:
Ging dann etwas gemütlicher voran. Tagwache war dieses Mal erst um 6 Uhr. Wieder gab es viele Fotos, diesmal vom Sonnenaufgang auf der anderen Seite des Kraterrandes und erneut ein ziemlich ausgiebiges Frühstück, so dass wir das Mittagessen direkt abbestellten. Nun hatten wir "nur" noch den Abstieg vor uns. Dieses "nur" entpuppte sich schon noch einer Stunde als nicht ganz einfach. Der Weg war steil und rutschig. Die Knie begannen zu zittern und je länger es dauerte, machten sich ein paar Blasen bemerkbar. Nach 5 Stunden hatten wir es dann geschafft. Wir kamen ziemlich erschöpft am Ziel auf 600 m an.


Fazit: das Trekking war sehr schön, die Landschaft um den Vulkan ist traumhaft. Es war aber strenger als wir erwartet hatten. Die Porter machen einen unglaublichen Job. Jeden Tag bergauf und bergab mit einfachen Holzlatten (und Körben auf jeder Seite) auf den Schultern (ca. 30 Kilo schwer). Und wie erwähnt: das alles in Flipflops. Wir würden das Trekking sofort weiterempfehlen, auch wenn wir die Arbeit der Porter als sehr anstrengend empfinden, ja fast eine Qual. Diese sind nämlich sehr froh, dass sie den Job haben und werden für indonesische Verhältnisse relativ gut entlöhnt. Dazu kommen natürlich die Trinkgelder, da haben wir uns dieses Mal auch nicht lumpen lassen. 
Nach dem Trekking gönnten wir uns ein schönes Hotel mit toller Aussicht und Pool. Wir haben einfach nur "relaxt" und die kleinen Blessuren gepflegt... Und: einen feinen Burger vertilgt. :-)
Nun geht’s weiter- nächstes Ziel ist Flores und dann mal sehen... immer Richtung Osten...